„Minsche vür Minsche“ – Führung zu Kunstwerken in Monheim

Die Kunst im öffentlichen Raum Monheims stand im Mittelpunkt eines geführten Spaziergangs von Mitgliedern und Freunden der Monheimer Bürgerstiftung „Minsche vür Minsche“. Ausgangspunkt für die Führung – unter Leitung von Frau Ninja Walbers, Kunstwissenschaftlerin und Programmleiterin Kunstvermittlung an der Kunstschule in Monheim – waren die „Points of View“ am Ingeborg-Friebe-Platz. Frau Walbers erläuterte, dass das Kunstwerk von Tony Cragg, die drei dunkel patinierten Bronzesäulen, in ihrer dynamisch fließenden Form einen Kontrast zur urbanen Umgebung bilden und den interessierten Menschen in Monheim unterschiedliche Perspektiven bietet.

Weiter ging es auf der Ingeborg-Friebe-Straße zum „Monheim Cube“ von Mischa Kuball. Die begehbare Lichtinstallation in Form eines Kubus mit Seitenlängen von 5,5 m reagiert interaktiv mit Licht und Ton auf die Bewegung der Passantinnen und Passanten. Seine Grundform ist ein paar Schritte weiter als leuchtendes Quadrat in den Boden eingelassen.

Ein paar Schritte weiter befindet sich der „Social Playground“ von Jeppe Hein – ein Kunstwerk zum Anfassen, das für Jung und Alt eine Kombination aus Spielgeräten und Sitzgelegenheiten sowie einen Wasserpavillon bietet.

Nach einem kleinen Fußweg zum Marienpark war die nächste Station das märchenhafte Ensemble, das der amerikanische Theaterregisseur und Künstler Robert Wilson „YES THERE NO WHERE“ benannt hat. Es besteht aus einer Skulpturengruppe – einer Gänseliesel, der Gans in einem Holzhaus und drei Klangbrunnen. Nachdem der Künstler 2025 verstarb, wurde das Ensemble ergänzt durch eine vergoldete Hand, die sich – in neun Metern Höhe – aus einem in Falten liegenden Gewand erhebt.

Die letzte Station der Führung war das Franz-Boehm-Denkmal, dessen Aufstellungsort die Fläche nördlich des heutigen Chores von St. Gereon ist, im Bereich der im Krieg zerstörten Apsis des Vorgängerbaus. Hinter der lebensgroßen Büste stehen zwei in Metall gefasste Glasscheiben mit einer Höhe von jeweils 4,2 mal 2,25 Metern. Mithilfe der Siebdrucktechnik wurden fotografische Motive der alten Kirche auf die Glasscheiben gedruckt. Sie zeigen die Kirche einmal vor und einmal nach ihrer Zerstörung infolge des vom NS-Regime entfesselten Zweiten Weltkriegs.

Mit diesem eindrucksvollen Denkmal, das einen bedeutenden Teil Zeitgeschichte Monheims erfahrbar macht, endete der geführte Spaziergang. Unter dem Applaus der Beteiligten dankte Peter Kardorff, Vorsitzender der Stiftung „Minsche vür Minsche“, der Kunstwissenschaftlerin Ninja Walbers im Namen der Besuchergruppe für die sachkundige und einfühlsame Führung durch Monheimer Kunstwerke. Das anschließende gesellige Beisammensein im Pfannenhof bildete den würdigen Abschluss dieses kulturell und künstlerisch hochwertigen Abends.

Text & Fotos von Manfred Klein

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